Die Digitalisierung gerecht gestalten

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Arbeit 4.0, Industrie 4.0, mobiles Internet, Internet der Dinge, Roboter, Cloud-Computing, Crowdworking – eine neue Digitalisierungs- und Automatisierungswelle rollt auf uns zu.

Industrielle Revolution © Rauch-Gessl, AK Niederösterreich

© Rauch-Gessl, AK Niederösterreich


Digitale Arbeitswelt – Trends

So begünstigt etwa Cloud-Computing neue Arbeitsmodelle, wie Teleworking und Homeoffice. Die räumliche und die zeitliche Anwesenheit verlieren an Bedeutung, die Kopfarbeit wird globalisiert. Die Digitalisierung ist gleichzeitig Treiber für Innovationen, wie z. B. Apps. Bis 2018 soll es in Europa 4,8 Millionen Beschäftigte in der App-Economy geben. Und das Internet der Dinge ist die Basis für die „Industrie 4.0”. In den Fabriken der Zukunft kommunizieren Werkstücke mit Maschinen.


Für die Arbeitswelt lassen sich einige Trends erkennen:

  • Es gibt einen steigenden Bedarf an hochqualifizierten Fachkräften für Informations- und Kommunikationstechnologien.
  • Neue Formen der Arbeitsorganisation entstehen, wie z. B. Crowdworking. Die Bandbreite reicht von schlecht bezahlten Jobs bis zu gut bezahlten Aufgaben im Bereich der Forschung und Entwicklung.
  • Geschäftsmodelle wie Onlinetauschbörsen, Onlinemitfahr- und -transportdienste und Vermittlung von Privatunterkünften fordern traditionelle Branchen heraus.
  • Die Automatisierung dringt in hoch spezialisierte Tätigkeitsbereiche vor. Als gefährdet gelten zum Beispiel Jobs im Bankwesen, in der Logistik und in der Verwaltung. Studien zufolge könnte rund ein Zehntel dieser Jobs mittelfristig der Automatisierung und internetbasierten Digitalisierung zum Opfer zu fallen.


Herausforderungen für Arbeitsmarkt und Bildungssystem

Wenn menschliche Arbeitskraft weniger nachgefragt wird, kommt der Arbeitsmarkt unter Druck. Laufend neue und sich rasch ändernde Berufsbilder und -anforderungen stellen das Bildungssystem vor große Herausforderungen.


Gefahr für Arbeits- und Sozialstandards

Die neuen Geschäftsmodelle wie Crowdsourcing und Crowdworking beruhen darauf, Arbeits- und Sozialstandards zu umgehen und daraus Profit zu schlagen. Ständige Erreichbarkeit und steigendes Arbeitstempo bedrohen die Gesundheit der Beschäftigten.


Sozialstaat gerät unter Druck

Maschinen und Computer bezahlen keine Sozialversicherungsbeiträge: Die Finanzierung des Sozialstaates kommt durch Arbeitslosigkeit – und damit verbunden durch weniger Beiträge und höhere Aufwendungen für die soziale Sicherheit – stark unter Druck.


AK-Rezepte für einen gerechten digitalen Wandel

Nur wenn der digitale Wandel die Lebens- und Arbeitswelt möglichst vieler Menschen verbessert, ist er gelungen. Dazu braucht es:

  • rechtliche Rahmenbedingungen für faire, korrekte Löhne, soziale Absicherung, ausreichende Erholungsphasen und Gesundheits- und ArbeitnehmerInnenschutz
  • ein industriepolitisches Konzept für mehr Arbeitsplätze durch Leitbetriebe, Forschung und Entwicklung und Investitionen in die (digitale) Infrastruktur
  • eine faire Verteilung der Arbeit durch den Abbau von Überstunden und Arbeitszeitverkürzung
  • eine Bildungsoffensive 4.0. Für die berufliche Weiterbildung sollte ein duales System von Beschäftigung mit inner- und überbetrieblicher Weiterbildung nachhaltig sichergestellt werden, z. B. durch das Recht auf eine Weiterbildungswoche pro Jahr für alle Beschäftigten und ein neu zu schaffendes Qualifizierungsgeld für länger dauernde Weiterbildungen.
  • gerechte Beiträge von Digitalisierungsgewinnern, damit von mehr Produktivität und Effizienz auch Beschäftigte profitieren und die Arbeitgeber ihren Beitrag zum Sozialstaat 4.0 leisten.
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